Aktuelle Beiträge

Vom 16. bis 17. Juni 2018 sind wir wieder im Reitverein Teningen bei Freiburg. Auch diesmal mit Lerneinheiten für FN-Trainer Reiten! Am Samstag geht es wieder um wichtige Einblicke in die Biomechanik und am Sonntag dann darum, noch intensiver die Inhalte vom Vortag in die Praxis an unserem Trainingstag umzusetzen. Wir freuen uns darauf!


Am 31. März 2018 wurden unsere vier Prüflinge von unserer Fremdprüferin Sabine Ellinger beim Unterrichten der Fremdreiter, sowie beim Pferde- und Equipment Check Up genauestens begutachtet und alles wurde im Prüfungsprotokoll festgehalten.
Wir hatten tolle und ganz unterschiedliche Fremdreiter: ein edler Vielseitigkeitstrakehner mit seiner sportlichen Reiterin, ein Lusitano-Selle Francais Wallach mit seiner eher klassisch interessierten Reiterin, dann ein kräftiges Wanderreitteam mit Westernsattel und zum Schluß eine wunderschöne, nette Quarterstute mit ihrer ebenso freundlichen Besitzerin, die mit einem Vielseitigkeitssattel unterwegs ist.
Wie immer also eine interessante Vielfalt, die genauso individuell mit dem Ziel des korrekten und gesundheitserhaltenden Trainings unterrichtet wurden. Alle vier zukünftigen Reitlehrer bestanden die praktische Prüfung, sowie die schriftliche am Nachmittag! Auch die Facharbeiten befassen sich mit sehr unterschiedlichen Themen. Vorausgehend hatten alle auch schon bei unserer Tierärztin Frau Dr. Danckert ihren Fortschritt während des ganzen Kurses reiterlich gezeigt.
Wir gratulieren Kathrin Brändle, Anja Hebel, Myriam Huber und Katharina Metschurat zum Physio Trainer Reiten 360 Grad und sind aber auch ein bisschen traurig, sie gehen zu sehen…
Die Stimmung in der Frühjahrsseminarwoche war wieder sehr gut, wir hatten dabei auch viel Spaß und auch die Teilnehmer untereinander haben sich viel ausgetauscht, auch praktisch sich Sättel, Kappzäume etc ausgeliehen und ausprobiert. Alle waren sehr hilfsbereit und offen und freuen sich schon auf den nächsten Kurs.


Die Seminartage vom 8. bis 10. September 2017 im Reitverein Teningen-Köndringen bei Freiburg waren ein großer Erfolg, vor allem da für die FN Trainer Reiten Lerneinheiten zur Lizenzverlängerung  zugelassen waren, was etliche Teilnehmer, die FN Trainer Reiten waren, sehr gefreut hat. Sattelkunde in Theorie und Praxis, sowie Biomechanik des Reitpferdes und der anschließende Trainingstag brachten den Teilnehmern viele AHA-Effekte und Einsichten, wie wichtig Hintergrundwissen für erfolgreiches und faires Pferdetraining ist.
Ein besonders netter Kommentar einer Teilnehmerin: „Macht weiter mit Eurem Engagement. Super, wenn es solche Pferdemenschen gibt. Das brauchen unsere Pferde und wir.“


Prüfung zum Physio Trainer Reiten 360° am 14. April 2017
Unsere Prüflinge Luisa Geiger und Sandra Maria Stern (Pferdezucht Stern) führten einen umfangreichen Check Up mit Bewegungsanalyse an den zwei Fremdreiterpferden durch und unterrichteten eine individuell dazu passende Reitstunde. Geprüft wurde durch die Fremdprüferin Sabine Ellinger, Reha und Ausbildungsstall in Murrhardt bei Stuttgart (Autorin „Pferde über den Rücken reiten“). Wir gratulieren unseren frischgebackenen Reitlehrern, die außer der praktischen Unterrichtsprobe auch noch ihre reiterliche Entwicklung bei Frau Dr. med. vet. Daniela Danckert unter Beweis stellen mussten, sowie mit einer Facharbeit und einer schriftlichen Prüfung erfolgreich ihr fachliches Wissen demonstriert haben.

pruefung_gruppenfoto_1000


Serie: Der REIT-Philosoph
„Es ist leichter, einem Pferd Lektionen beizubringen, als es über den Rücken zu reiten.
Es ist leichter, Technik anzwenden, als fühlen zu lernen.
Es ist leichter, Anhänger einer Methode zu werden, als intuitiv zu handeln.
Es ist leichter, dem Pferd Befehle zu geben, als ihm zuzuhören.
Es ist leichter, Kritik an anderen zu üben, als Fehler bei sich selber zu finden.
Es ist leichter, die Schuld beim Pferd zu suchen als bei sich selber.“
Team Reiten 360 Grad


Serie: Der REIT-Philosoph reitphilosoph5_reiten360grad


Eine wahre Geschichte aus dem Leben und was ein Reiter einfach wissen muss! joey_maedel_web_reduzJoey ist das erste Pferd seiner jungen Besitzerin. Sie kauft ihn 5 jährig aus einem Ausbildungsstall „A-fertig“. Da sie alles richtig machen möchte, lässt sie ihn noch weiter bei einem Profibereiter ausbilden. Sie nimmt selber regelmäßig Unterricht auf ihrem Pferd dort und merkt nach einigen Wochen, dass Joey immer fauler wird und bald überhaupt nicht mehr laufen möchte. Er schlägt unwillig mit dem Schweif, wenn er vorwärts gehen soll. Der Trainer reitet ausschließlich mit Sporen, was die Besitzerin auch tun sollte (obwohl ihre Beine oft noch sehr unruhig sind). Seiner Aussage nach, hätte Joey einfach keinen Bock sich anzustrengen. Es wird immer schlimmer, Joey fängt an oft zu stolpern und setzt die Beine im Schritt voreinander auf (kreuzt vorne fast). Auch ohne Reiter … Im Gelände ist er der Besitzerin schon zweimal durchgegangen – das hatte er vorher noch nie gemacht … Als ich die beiden kennenlerne, ist die Besitzerin verzweifelt und Joey sechs Jahre alt. Die beiden sind umgezogen und daher sucht sie einen neuen Reitlehrer und am liebsten einen Bereiter, da sie alleine nicht weiter weiß und ihr Pferd kaum auf dem Platz dazu bringt zu laufen. Ich schaue mir zuerst Joey Hufe und die Hufstellung an, diese sehen jedoch erstaunlich gut aus. Dann der Sattel, dieser ist eindeutig vorne in der Kammer zu eng. Die Reiterin sitzt im hinteren Drittel des Sattels und die Kissen drücken in den hinteren Rücken, der an dieser Stelle auch schon Dellen in der Muskulatur aufweist, ebenso wie hinter den Schultern Kuhlen zu sehen sind. Joeys Hals ist lang und dünn, er hat keinen ausgeprägten Unterhals, aber hat auch sonst keine Muskulatur aufgebaut. Die Besitzerin meint, Dehnungshaltung wäre kein Problem. Auf Grund der Muskulatur (der Unterhals ist nicht verspannt) kann ich davon ausgehen, dass Joey zwar willig den Hals fallen lässt, jedoch sicher nicht in einer effektiven Dehnungshaltung „über den Rücken“ geritten wurde – sonst wäre z.B. die obere Halsmuskulatur besser entwickelt und hinter den Schultern keine Kuhlen zu sehen sein. Außerdem würde er auch gut vorwärts laufen können. Wir machen einige Übungen im Stand und in der Bewegung. Ich zeige Joey, wie er den Brustkorb anheben soll, erst im Stand und dann während dem Laufen. Er macht sehr willig mit und nach 3 Runden in der Bahn (die ihn anfangs etwas zur Verzweiflung bringen, da er keine Ahnung hat, was ich da von ihm will), findet er den neuen Bewegungsablauf heraus und fängt an, große raumgreifende Schritte zu machen. Sofort ist das Kreuzen vorne weg und auch das Stolpern. Die Besitzerin bekommt eine genaue Trainingsanleitung und soll Joey die nächsten vier Wochen so arbeiten. Bei Joey war das Problem ein unpassender Sattel und dass er nie gelernt hatte, seine Rumpfträger einzusetzen und der Sattel hat dies zudem verhindert. Nachdem Joey einen neuen Sattel bekommen hat, wurde er zunächst einige Wochen nur in einer guten Dehnungshaltung trainiert. Inzwischen ist Joey ein fleißiges, fröhliches Pferd geworden – Durchgegangen im Gelände ist er nie mehr. Finde die Ursache – Lerne für Dein Pferd – Übernehme Verantwortung – Melde dich an!


 Serie: Der REIT-Philosoph reitphilosoph3_reiten360grad


Serie: Der Reitersitz Hier zeigt Regina (Reitlehrerin „Feldenkrais und Reiten“) eine der besten Übungen für einen beweglichen Sitz: Übung für einen beweglichen Sitz


Serie: Der REIT-Philosoph reitphilosoph1_reiten_360_grad


Serie: Stangen und Cavalettis

Die kleine Folge im Video kann man gut noch anspruchsvoller erweitern. In der Zeichnung sieht man auf dem rechten Zirkel zusätzlich drei Trabstangen, nach denen man angaloppiert, gerne an einer Pylonenmarkierung zur eigenen Kontrolle, dann springt das kleine Kreuz oder Cavaletti, wechselt dabei die Hand und galoppiert entweder weiter und kann sich „neu organisieren“ bis die drei Galoppcavalettis kommen. Als Alternative oder Erhöhung des Schwierigkeitsgrades kann man auf der Hälfte des linken Zirkels noch drei Stangen oder auch Trabcavaletti platzieren und entweder zusätzlich zu den Galoppcavaletti überwinden oder auch abwechselnd, also einen Zirkel mit Durchparieren zum Trab mit den Trabcavaletti und einen Zirkel mit den drei Galoppcavaletti, je nachdem was man sich zutraut oder auch passend zur Tagesform bzw. Ausbildungsstand des Pferdes.  Bei diesem Training können sehr gut gebogene Linien, Koordination und Trab – Galopp Übergänge geübt werden und es kommt nie Langeweile auf. Wichtig: Zum Aufwärmen nutzt man das einzelne Cavaletti. Außerdem werden für ungeübte Pferde die drei aufeinanderfolgenden Galoppcavaletti nach und nach aufgebaut. 3_cavaletti_zirkel_reiten360grad


Der Wolfszahn beim Pferd und mögliche Rittigkeitsprobleme Die Wolfszähne sind ein rudimentäres Überbleibsel aus der Evolution des Pferdes und treten geschlechtsunabhängig bei  ca. 1/3 der Pferde auf. Sie gehören zu den Vorderbackenzähnen und werden auch als P1 bezeichnet. wolfszahne_reiten360grad Maximal können 4 Wolfszähne durchbrechen, zwei davon im Unterkiefer und zwei im Oberkiefer. Oft brechen sie im ersten Lebensjahr durch, gelegentlich aber auch später. Wolfszähne, die sich unter der Schleimhaut befinden und deshalb nicht sichtbar sind, werden als blinde Wolfszähne bezeichnet und können durchaus auch Schwierigkeiten machen, wenn Druck auf das darüber liegende Zahnfleisch  ausgeübt wird. Da Wolfszähne keine lange Wurzel haben, können sie in der Regel einfach entfernt werden, wozu von Tier,- und Zahnärzten geraten wird, da vor allem im Unterkiefer das Gebiss gegen die Wolfszähne schlagen kann, was man natürlich gerade beim Anreiten jungen Pferden ersparen möchte.  Beim Reiten kann sich das zum Beispiel als Kopfschlagen oder in anderen Auffälligkeiten bemerkbar machen. Nach der Zahnentfernung kann das Pferd nach einigen Tagen wieder mit Gebiss geritten werden. Im Fotobeispiel sieht man den kleinen runden Wolfszahn oben links im Maul. Die komplette Größe des Zahns mit Wurzel betrug lediglich ca. 8 mm, der Umfang ca. 4 mm. Natürlich gibt es noch andere zahnmedizinische Gründe bei Rittigkeitsproblemen, denen man dann auf die Spur kommen muss, um dem Pferd das Gebiss wieder „schmackhaft“ zu machen. Denn wer möchte nicht, dass sein junges  Pferd, wie im Video gezeigt, freiwillig und ohne zu zögern sein Gebiss nimmt.


Der Brustkorb und die thorakale Muskelschlinge Auf den beiden Fotos sehen wir einen Araber, der vom Eigentümer als „überbaut“ beschrieben wurde. ruecken_unten_kl Indem der Rücken reflektorisch hochgeholt wird, sieht man die maximale mögliche Rückenhöhe des Pferdes. Diese Höhe ist allerdings auch durch effektives Training in der Regel nicht zu erreichen, aber es werden so die Möglichkeiten sichtbar, was überhaupt auftrainiert werden kann. ruecken_oben_kl Wieso aber ist der Rücken so abgesunken bzw. wie kann der Rücken aufgebaut werden? Dazu sei auch angemerkt, dass der Araber rassetypisch oft nicht ganz optimale Reitpferdepoints mitbringt, da unter anderem die Lendenwirbelsäule gerne in Extension steht. Häufig trägt ein schlecht sitzender Sattel zur problematischen Rückensituation bei. Zur Gesunderhaltung des Pferdes ist hier Handlungsbedarf nötig, da auch die Extremitäten unter dieser Situation leiden. Wie also wird die Situation verbessert? Entscheidend ist der Aufbau der thorakalen Muskelschlinge und das Erlernen und Trainieren des Anhebens des Brustkorbes. Bei richtigem Training kann das Pferd innerhalb einiger Wochen um ca. 2 cm „wachsen“. Wichtig dabei ist, das Pferd in seiner individuellen Situation aufzubauen und nicht in schematische Muster zu pressen. Um dieses wichtige Reitpferdethema geht es unter anderem in unseren Reiten 360° Seminaren mit Fr. Dr. med. vet. Danckert „Bewegungsanalyse“ – Pferde über den Rücken trainieren


Gleichgewicht ist hörbar – spürbar – sichtbar Ist mein Pferd im Gleichgewicht? Hörbar:

  • Wie laut ist dein Pferd beim Freilaufen oder unter dem Reiter?
  • Beim Auffußen und in der Atmung? Im Schritt – Trab – Galopp

Spürbar:

  • Was fühlst du als Reiter? Wohin setzt dich dein Pferd? Auf welchem Fuß trabst du leichter leicht?
  • Wie fühlt sich dein Pferd an der Longe an? Was fühlst du beim Reiten in der Hand? Hast du auf beiden Seiten gleich viel Kontakt?

Sichtbar:

  • Wie sieht die Muskulatur deines Pferdes aus? Hat es Beulen, Löcher oder Kuhlen? Wenn ja, wo?
  • Läuft es sich die Hufe gleichmäßig ab oder werden diese steil, flach oder schief?

Gleichgewicht ist leise – leicht – harmonisch!


Unsere Serie: „DAS AUGE SCHULEN: Der Sitz und das Gleichgewicht“ Ist der Reiter im Gleichgewicht? Würde er auf den Füßen landen, wenn man das Pferd unter ihm wegzaubert oder auf der Nase oder dem Po? sitz_gleichgewicht_entlastungssitz


Unsere Serie: „KREATIV MIT STANGEN UND PYLONEN: Unterschiedlich große Acht“ Mit Stangen kann man gut korrekte Wege überprüfen und das Interesse des Pferdes wecken. Es gibt unglaublich viele Varianten. Hier ist ein Vorschlag zum Geraderichten. Viele Pferde versuchen auf einer Hand den Zirkel zu verkleinern und auf der anderen Hand zu vergrößern. Mit den unterschiedlichen Zirkelgrößen auf der Acht reitet man dann dementsprechend umgekehrt und hat eine gute visuelle Hilfe, wo die Linie sein sollte. Eine Variante ist der rote „Schnabel“, den man zum Beispiel im Schritt an jeder Stange noch dranhängen kann. Viel Spaß! Kreativ mit Stangen, die Acht


Über die Beidhändigkeit und das Aufsteigen: Wo fängt bei Euch das Reiten an? Für Pferde, die beim Aufsteigen sicher stehen und geübte Reiter empfiehlt es sich die Beidhändigkeit des Reiters und die Flexibilität des Pferdes durch Aufsteigen von der rechten Seite zu schulen. Das ist gar nicht so einfach, wie alles was man selten übt! Manche Pferde werden dann schon unruhig, wenn man sie dabei auch noch mit dem Fuß streift. Aber Übung macht den Meister! Das Pferd wird gelassener und der Reiter gelenkiger.

Aber wieso bleiben manche Pferde beim Aufsteigen nicht gerne stehen? Vielleicht ist der Sattel zu eng und drückt oder die Zügel werden zu kurz genommen. Manche Reiter steigen ungeschickt auf oder ziehen sich ohne Aufsteighilfe in den Sattel, was übrigens weder für den Pferde,- noch den Reiterrücken oder den Sattel gut ist! Es gibt auch Pferde, bei denen sich einfach noch niemand die Mühe gemacht hat, es zu üben. Beachtet man die obigen Regeln ist das meist auch gar nicht schwer. Mit einer beidseitigen Einrahmung, Geduld und einem Leckerli zur Belohnung sollte es klappen. Übrigens eine sehr wichtige Lektion, wenn man im Gelände einmal absteigen muss! Zum erhöhten Aufsteigen hilft dann eine abschüssige Stelle.